Bei uns kommt TENS zum Einsatz – transkutane elektrische Nervenstimulation. Über Elektroden auf der Haut werden schwache Impulse abgegeben, die die Schmerzweiterleitung im Nervensystem dämpfen. Sie spüren ein Kribbeln, mehr nicht.

Das ist eine Begleitmaßnahme, keine Behandlung für sich. TENS schafft ein Zeitfenster, in dem Bewegung wieder möglich wird. Genutzt wird dieses Fenster durch das, was danach passiert – deshalb setzen wir es direkt vor der aktiven Therapie ein, nicht als eigenständigen Termin.

Wofür sie eingesetzt wird

  • Anhaltende Schmerzen

    Wenn Beschwerden so hartnäckig sind, dass jede Übung an ihnen scheitert – als Türöffner, nicht als Dauerlösung.

  • Rücken und Nacken

    Der häufigste Anwendungsfall: muskulär geprägte Schmerzen, bei denen Bewegung guttäte, aber wehtut.

  • Zehn bis zwanzig Minuten

    So lange dauert eine Anwendung. Sie liegen oder sitzen entspannt, die Intensität stellen wir gemeinsam ein.

  • Direkt vor der Therapie

    Am sinnvollsten unmittelbar vor der aktiven Behandlung – dann lässt sich das schmerzärmere Fenster tatsächlich nutzen.

Ehrlich eingeordnet

Passiv wirkt nur kurz

TENS fühlt sich gut an und ist bequem – man liegt, und es passiert etwas. Genau darin liegt das Risiko: Es kann zur Gewohnheit werden, ohne dass sich strukturell etwas ändert. Und Kraft baut es keine auf; dafür ist es nicht gemacht.

Die Studienlage zu passiven Verfahren ist bei den meisten Beschwerdebildern am Bewegungsapparat schwächer als die zu aktiver Therapie. Deshalb setzen wir Elektrotherapie gezielt und befristet ein – als Unterstützung für Krankengymnastik, Manuelle Therapie oder Training am Gerät, nicht an deren Stelle.

Wenn Sie nach mehreren Terminen keinen Unterschied merken, sagen wir Ihnen das – und schlagen etwas anderes vor.

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Häufige Fragen

Tut TENS weh?

Nein. Sie spüren ein Kribbeln oder ein leichtes Ziehen, die Intensität wird gemeinsam mit Ihnen eingestellt. Unangenehm soll es nicht sein – sagen Sie uns während der Anwendung, wie es sich anfühlt, dann regeln wir nach.

Baut TENS Muskeln auf?

Nein. TENS wirkt auf die Schmerzweiterleitung, nicht auf die Muskelkraft. Verwechselt wird es häufig mit EMS-Geräten aus dem Fitnessbereich – das ist ein anderes Verfahren mit einem anderen Ziel. Wenn es um Kraftaufbau geht, ist Krankengymnastik am Gerät der richtige Weg.

Wer darf kein TENS bekommen?

Es gibt klare Ausschlusskriterien: Herzschrittmacher und andere implantierte elektronische Geräte, Schwangerschaft, akute Entzündungen, offene Wunden im Behandlungsgebiet, Metallimplantate direkt unter den Elektroden sowie ausgeprägte Sensibilitätsstörungen. Sagen Sie uns vorher, was bei Ihnen zutrifft – das klären wir immer vor der ersten Anwendung.

Kann ich mir ein TENS-Gerät für zu Hause kaufen?

Ja, solche Geräte sind frei erhältlich und für viele sinnvoll. Wenn das für Sie infrage kommt, zeigen wir Ihnen die richtige Elektrodenlage und Einstellung – falsch platziert wirkt es schlicht nicht. Bei den oben genannten Ausschlusskriterien gilt das für Heimgeräte genauso.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Wenn Elektrotherapie auf Ihrer Verordnung steht, ja – dann fällt nur die gesetzliche Zuzahlung an. Verordnet wird sie üblicherweise ergänzend zu einer anderen Position. Details dazu auf Rezept & Kosten.

Blockiert Schmerz jede Übung?

Dann schauen wir, womit sich das Fenster öffnen lässt – und was hineingehört.

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