Thermotherapie · Freudenberg & Siegerland
Wärmetherapie
Fango und Rotlicht kennen viele aus der Praxis – und hinterfragen sie am wenigsten. Dabei entscheidet der Zeitpunkt darüber, ob Wärme hilft oder nur angenehm ist. Und es gibt Situationen, in denen sie das Falsche ist.
Thermotherapie ist eine Begleitmaßnahme. Sie steht selten allein auf einer Verordnung, sondern bereitet die eigentliche Behandlung vor oder rundet sie ab. Wärme macht Gewebe dehnbarer und die Durchblutung besser – deshalb lohnt sie sich vor einer manuellen Behandlung oder bei muskulärer Verspannung.
Bei uns kommen zwei Verfahren zum Einsatz: Fango als feuchte Wärmepackung und Rotlicht als trockene Tiefenwärme. Kälteanwendungen bieten wir nicht an – wo Kälte das Richtige ist, sagen wir Ihnen das und zeigen, wie Sie sie zu Hause richtig einsetzen.
Was wir einsetzen
-
Fango
Eine wärmespeichernde Packung, die Muskulatur und Bindegewebe vor der Behandlung lockert. Klassisch bei Rücken- und Nackenverspannung.
-
Rotlicht
Trockene Tiefenwärme, angenehm bei muskulärer Verspannung und schlecht durchbluteten Bereichen.
-
Vor der Behandlung
Rund 20 Minuten Wärme, direkt bevor manuell gearbeitet oder bewegt wird – dann ist der Nutzen am größten.
-
Kombiniert mit Therapie
Am wirksamsten als Vorbereitung: Was warm und geschmeidig ist, lässt sich besser behandeln und bewegen.
Ehrlich eingeordnet
Wärme allein heilt nichts
Das klingt unspektakulär, ist aber der Kern: Thermotherapie verändert kurzfristig den Zustand des Gewebes. Sie behebt keine Ursache. Wer mit Fango kommt und ohne Übungen geht, hat einen angenehmen Termin gehabt – mehr nicht.
Deshalb setzen wir Wärme gezielt ein, aber nie als eigenständige Behandlung. Der Nutzen entsteht, wenn danach etwas passiert: Manuelle Therapie, gezielte Übung oder Training am Gerät.
Und es gibt Situationen, in denen Wärme schadet – bei akuter Entzündung, frischer Verletzung, Schwellung oder bestimmten Gefäß- und Sensibilitätsstörungen. Dann ist Kälte das Mittel der Wahl, und die machen Sie zu Hause: ein Kühlpack, kurz und mit einem Tuch dazwischen. Auch deshalb steht der Befund vor der Anwendung.
Termin anfragenHäufige Fragen
Wärme oder Kälte – was ist richtig?
Als Faustregel: Kälte bei akut und gereizt, Wärme bei verspannt und chronisch. Frische Verletzung, Schwellung, Überwärmung sprechen für Kälte. Muskuläre Verspannung, steife Gelenke, langanhaltende Beschwerden sprechen für Wärme. Wir selbst bieten nur die Wärmeanwendungen an – für den Kältefall zeigen wir Ihnen, wie es zu Hause richtig geht. Im Zweifel fragen Sie uns, die Faustregel hat Ausnahmen.
Kann ich das nicht einfach zu Hause machen?
Vieles davon ja, und wir zeigen Ihnen gern, wie. Ein Kirschkernkissen oder ein Kühlpack aus der Apotheke leistet für den Alltag oft dasselbe. In der Praxis geht es weniger um die Wärme selbst als um das, was direkt danach folgt.
Wird Thermotherapie von der Kasse bezahlt?
Wenn sie auf der Verordnung steht, ja – dann fällt lediglich die gesetzliche Zuzahlung an. Verordnet wird sie in der Regel ergänzend zu einer anderen Position. Mehr dazu auf Rezept & Kosten.
Wie lange dauert eine Anwendung?
Fango und Rotlicht dauern üblicherweise etwa 20 Minuten. Bei Kälte zu Hause gilt das Gegenteil: wenige Minuten reichen, lange Anwendungen sind eher schlechter verträglich.
Gibt es Situationen, in denen ich das nicht bekommen sollte?
Ja. Bei akuter Entzündung, frischer Verletzung, offenen Wunden, ausgeprägten Durchblutungs- oder Sensibilitätsstörungen und bei bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Vorsicht geboten. Sagen Sie uns, was bei Ihnen vorliegt – wir klären das vor der ersten Anwendung.